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Welche Rahmenbedingungen tragen zum Erfolg des DU bei?

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Folgende organisatorische Maßnahmen werden als in der Regel empfehlenswert und entlastend für Lehrkräfte eingeschätzt1:

  • aktuelle schulische E-Mail-Adresse für alle Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler
  • mindestens eine überprüfte korrekte Telefonnummer bei Schülerinnen und Schülern
  • Notfalladresse/Notfalltelefonnummer von nicht volljährigen Schülerinnen und Schülern als starke Entlastung aller (Klassen)Lehrkräfte
  • Aktuelle und überprüfte Telefonnummern der Ausbildungsbetriebe
  • feste Sprechzeiten von Lehrkräften
  • regelmäßiger Kontakt zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern
  • Verbindliche Kommunikationswege zwischen Lehrkräften einerseits und Schülerinnen und Schülern mit den Lehrkräften andererseits, die organisatorisch, zeitlich, vom Umfang abgestimmt sind und über Klassenlehrkräfte „gebündelt“ werden
  • verbindliche Feedbackkultur
  • Einführungsphase zu Beginn des Schuljahres, um das (kollaborative) Arbeiten mit Lernmanagementsystemen,
  • Lehr- und Lernplattformen, online-gestütztem Unterricht didaktisch-methodisch zu trainieren

Darüber hinaus erfordert die Lernumgebung als äußerer Rahmen des Lernens in Präsenz und Distanz eine sächliche und räumliche Ausstattung. Zur Lernumgebung zählen neben Lernmanagementsystemen auch Lehr- und Lernplattformen, die eine entsprechende digitale Infrastruktur voraussetzen und  Lernprozesse unterstützen.2

Hinweise zur technischen Ausstattung der Schulen:

  • Die Interviews der Schulinspektion-BBS belegen die Bandbreite der technischen und räumlichen Rahmenbedingungen zur Durchführung des Distanzunterrichts sowie die Nutzung einer Vielzahl digitaler Instrumente zur Unterstützung, Organisation und Gestaltung der Unterrichtsprozesse.
  • Die Anpassung und Vereinheitlichung der technischen Ausstattung der einzelnen regionalen Kompetenzzentren, das Einrichten von Funktionsräumen, wie zum Beispiel für Videokonferenzen oder für die Nutzung durch Schülerinnen und Schüler, deren Teilnahme am Distanzunterricht auf andere Weise nicht sichergestellt werden kann, ist an vielen regionalen Kompetenzzentren bereits eingeleitet und sollte weiter fortgesetzt werden.

Viele Schulleitungen nehmen bei einem Großteil der Lehrkräfte eine gewachsene Akzeptanz für die Nutzung online-gestützter Lehr- und Lernplattformen wahr, um motiviert die eigenen digitalen Kompetenzen zu fördern. Verschiedene digitale Werkzeuge konnten so erprobt, auf Einsatzfähigkeit und Nutzen geprüft und aus gemachten Fehlern konnte gelernt werden. Zeitgleich zur Erprobung entwickelte sich eine Fehlerkultur, die bei schulischen Entscheidungen hinsichtlich anzuschaffender Systeme Berücksichtigung finden sollte.


Hinweise zur technischen Ausstattung der Schülerinnen und Schüler:

  • Die technische Ausstattung der Lernenden, um kollaborativ online-gestützt lernen zu können ist eine weitere grundlegende Gelingensbedingung für Distanzunterricht bzw. Lernen in Distanz. Bisher liegen Erhebungen seitens der Schulen über die technische Ausstattung der Schülerinnen und Schüler kaum vor. Zwar verfügen sie im Regelfall über Mobiltelefone, für unterrichtliche Zwecke lassen sich diese jedoch gar nicht oder nur stark eingeschränkt für das Lernen in Distanz einsetzen. Eine geeignete technische Ausstattung ist immer in Verbindung mit einer entsprechenden Lernumgebung und Lernatmosphäre zu sehen. Wenn Lernende online-gestützte kollaborative Plattformen bereits genutzt hatten, konnten sie dies auch in der Phase des „Lernens zu Hause“ umsetzen.3
  • Eine abgestimmte Vorgehensweise für die Ausleihe digitaler Endgeräte unter Nutzung des Sofortausstattungsprogramms4  könnte zukünftig für deutlich verbesserte technische Rahmenbedingungen hinsichtlich der Teilnahme aller Lernenden am Distanzunterricht sorgen.

1 Die Ausführungen basieren in Teilen auf den Ergebnissen standardisierter Interviews der Schulinspektion-BBS mit 30 BBS-Schulleiterinnen und Schulleitern im Juli 2020 zu „Erfahrungen, Erkenntnissen, Umsetzungsstrategien in Verbindung mit Perspektiven der BBS hinsichtlich des Wechseln von Präsenz- und Distanzunterricht“

2 vgl. Leitlinie Schulisches Curriculum Berufsbildende Schulen „SchuCu-BBS“, Handlungsorientierung – Anforderung an die Lernumgebung, https://schucu-bbs.nline.nibis.de/nibis.php?menid=363

3 s. a. „Einführungsphase“, S. 10

4 Die Bundesregierung und die Länder stellen 500 Mio. Euro für die Anschaffung digitaler Endgeräte für benachteiligte Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Das bedeutet für Niedersachsen einen Betrag von 47 Mio. Euro zuzüglich 4,7 Mio. Euro Eigenanteil (10 %) vom Land. Die Mittel werden durch die Schulträger beantragt.

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